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Fotocredits: WORLDSPORTPICS.COM/FRANK UIJLENBROEK

Reckingers Team dreht einen 0:1-Rückstand gegen starke Britinnen

Danas starten mit 2:1-Sieg über Großbritannien

25. July 2021

Die deutschen Damen haben in der japanischen Morgenhitze bei 41 Grad in der Sonne des Oi Hockey Stadium mit einer Energieleistung gegen Großbritannien 2:1 (1:1) gewonnen. Dabei gehörte die Anfangsphase klar den Britinnen, die durch eine allerdings unberechtigte Ecke nach dem ersten Viertel verdient führten. Viktoria Huse glich kurz vor der Halbzeit per Siebenmeter aus. Und Charlotte Stapenhorst steuerte kurz nach Seitenwechsel den Siegtreffer bei.

Einfach geil, wie die Mädels das Spiel noch gedreht und dann in Unterzahl nach Hause gebracht haben! Es war ein sehr nervöser Start, da müssen wir ein paar Dinge im Nachgang besprechen. Aber ich bin mit dem Game-Management für ein Olympia-Auftaktspiel zufrieden.

Bundestrainer Xavier Reckinger

Großbritannien setzte dem DHB-Team von Beginn an mit ganz viel Druck zu. In der 3. Minute bereits die erste Ecke nach Fuß von Sonja Zimmermann, aber die Eckenverteidigung schaffte es, den Schuss und zwei Nachschüsse zu entschärfen. Doch eine Minute später erneut eine Ecke, aus der eine Wiederholungsecke entstand, bei der Granitzki zu früh rauslief. Doch auch die hielt Sonntag stark. Die Danas hatten Probleme, mal eigene Akzente zu setzen. Und beim ersten guten Angriff, der aber rausgepfiffen wurde, ließ Anne Schröder den Ball nicht liegen, musste deswegen mit Grün auf die Strafbank.

Auch die Unterzahl wurde überstanden. Lisa Altenburg prüfte dann Maddie Hinch mal mit einem Rückhandschuss. Dann musste aber auch Julia Sonntag wieder ran, rettete nach Rechtsangriff der Britinnen. Irene Presenqui, mit deren Entscheidungen die Deutschen von Beginn an haderten, gab in der 13. Minute erneut eine harte Ecke gegen das DHB-Team. Granitzki lief den Schlenzer brillant ab. Presenqui gab wieder Ecke, gegen die die deutsche Rausläuferin aber den Videobeweis nahm. Es war in allen Einstellungen eindeutig zu sehen, dass die Deutschen Recht hatten, aber Aleisha Neumann hatte offenbar schwere Bedingungen in der Video-Schiedsrichterbox und konnte keine Entscheidung treffen, so dass die Fehlentscheidung Bestand hatte. Und ausgerechnet diese unberechtigte Ecke verwandelte Sarah Jones nach einem unglücklichen Abfälscher zum 1:0.

Die Schiedsrichterinnen beschäftigten das DHB-Team weiter stark. Franzisca Hauke sah Grün kurz vor der Viertelpause. Die Deutschen lagen nach dem ersten Viertel durch ein irreguläres Tor zurück, auch wenn die Führung aufgrund der Überlegenheit der Britinnen nicht unverdient war. Besonders die nicht zu treffende Videoschiedsrichter-Entscheidung war schwer nachzuvollziehen.

Fotocredits: WORLDSPORTPICS.COM/FRANK UIJLENBROEK

Wichtige Steigerung und wichtiger Ausgleichstreffer

Die Danas kamen aus der Unterzahl ohne weiteren Schaden raus. Und im Konter wurde Cecile Pieper ein Ball gerade noch vor Hinch vom Schläger gespitzelt. Die Deutschen kamen jetzt häufiger auch selbst nach vorn. Ein Schuss von Schröder wurde ins Aus geklärt (22.). Altenburg prüfte Hinch mit einem flachen Schlag (22.), den die zweifache Welttorhüterin aus dem unteren linken Eck fischte. Nach einem Angriff über rechts gab die Chinesin Siebenmeter für ein Stockfoul, gegen den die Britinnen den Videobeweis nahmen. Auch hier dauerte die Überprüfung extrem lang, mehrere Minuten sogar, und wieder war keine Entscheidung zu treffen.

So ging es mit dem Siebenmeter weiter, den Viktoria Huse zwar nicht richtig traf, aber weil Hinch in die falsche Ecke sprang, stand es 1:1 (25.). Huse rettete nach gutem Rechtsangriff der von einer Verletzung zurückgehehrten Hannah Martin (30.), so dass es beim 1:1 zum Pausenpfiff blieb. Zu dem Zeitpunkt sicherlich etwas glücklich für das DHB-Team, das sich im zweiten Viertel allerdings klar gesteigert hatte.

Gut, dass der Siebenmeter von Viki Huse dann reinging. Plötzlich war bei uns viel mehr Energie im Spiel und wir haben unsere Chancen gut genutzt.

Charlotte Stapenhorst

Fotocredits: WORLDSPORTPICS FRANK UIJLENBROEK

Konter stark ausgespielt und mit dem Führungstreffer belohnt worden

Die Deutschen zu Beginn der zweiten Hälfte deutlich wacher. Nach gut durch Sonntag verhinderter britischer Chance, konterte das DHB-Team stark über Pia Maertens, die rechts bis zum Pfosten lief und Charlotte Stapenhorst im Rückraum fand, die zum 1:2 (33.) vollendete. Die Körpersprache jetzt auch viel besser bei den Danas. Altenburg bekam eine Ecke Presenqui, nachdem sie eine Britin im Kreis schon überspielt hatte (36.).

Immerhin gab es dann auch mal Grün für die Britinnen. In Überzahl hatte Fleschütz eine gute Chance, die aber noch weggeblockt wurde. Schröder holte die erste Ecke (38.) wegen Fuß im Kreis, wogegen die Britinnen den Videobeweis nahmen, weil die Alsteranerin angeblich keine fünf Meter unterwegs war, bevor sie in den Kreis ging. Das war in den Bildern nicht nachmessbar und die Britinnen verloren damit das Anrufungsrecht. Hinch parierte aber gegen Lorenz‘ Schlenzer stark.

In der 41. Minute gab es die sechste britische Ecke, die Lisa Altenburg stark mit dem Schläger ins Aus lenkte. Die Deutschen hinten jetzt mit viel Biss und gutem Stellungsspiel, agierten gegen den nun natürlich wieder aufkommenden Druck der Britinnen besser als in der Anfangsphase der Partie. Die Danas gingen mit der Führung ins Schlussviertel.

Vielleicht brauchte es so ein Charakterspiel, damit wir jetzt richtig im Turnier angekommen sind

Pia Maertens

Trotz langer Unterzahl souverän den Sieg nach Hause gebracht

Nach unglücklichem Zusammenprall von Oruz und Schröder konnte die Hamburgerin zum Glück weiterspielen. Ein Foul von Kira Horn im Kreis brachte die nächste Ecke für Großbritannien (47.), der zwei Wiederholungsecken folgten, doch Sonntag parierte erneut stark. Dann mal eine längere gute Ballbesitzphase der Deutschen, die bei aller guten Moral aber in der Vorwärtsbewegung viele Fehler machten und so nicht wie gewohnt zu gutem Aufbauspiel kamen.

Pech, dass Kira Horn eine gute Chance am rechten Pfosten weggepfiffen wurde. Viktoria Huse wähnte einen Pfiff für sich, spielte weiter und sah dann dafür eine harte Gelbe Karte (54.). In Unterzahl spielten die Danas es aber gut, hatten viel Ballbesitz. In der 58. Minute erneut Ecke für die Britinnen, die aber technisch misslang. Die Deutschen brachten die drei Punkte danach clever nach Hause.

Tore:
1:0    Sarah Jones (KE, 13.)
---
1:1    Viktoria Huse (7m, 25.)
------
1:2    Charlotte Stapenhorst (33.)
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-

Strafecken:
GBR 9 (1 Tor) / GER 1 (kein Tor)

Schiedsrichterinnen:
Irene Presenqui (ARG) / XiaoYingg Liu (CHN)

Videoschiedsrichterin:
Aleisha Neumann (AUS)

Stimmen zum Spiel:

Bundestrainer Xavier Reckinger: „Einfach geil, wie die Mädels das Spiel noch gedreht und dann in Unterzahl nach Hause gebracht haben! Es war ein sehr nervöser Start, da müssen wir ein paar Dinge im Nachgang besprechen. Aber ich bin mit dem Game-Management für ein Olympia-Auftaktspiel zufrieden. Jetzt regenerieren und dann voller Fokus auf Indien!“

Lisa Altenburg: „Es war ganz offensichtlich, dass wir den Start der Partie völlig verpennt haben. Da haben uns die Britinnen mit ihrer Aggressivität auf eine harte Probe gestellt und wir müssen uns bei Julia Sonntag bedanken, dass wir im Spiel bleiben. Aber es war auch beeindruckend, wie wir dann zurückkommen konnten. Wir waren dann mental plötzlich da, waren aggressiver, gewinnen mehr Zweikämpfe. So müssen wir im Laufe des Turniers dann agieren, ruhiger und klarer in unseren Entscheidungen werden.“

Sieg-Torschützin Charlotte Stapenhorst: „In den ersten 15 Minuten hat man bei vielen noch die Aufregung gemerkt – erste olympische Spiele, viel Nervosität. Gut, dass der Siebenmeter von Viki Huse dann reinging. Plötzlich war bei uns viel mehr Energie im Spiel und wir haben unsere Chancen gut genutzt. Unsere Eckenabwehr war zudem grandios. Es war aber unglaublich anstrengend. Ich spiele ja nun auch schon lange international – eine solche Hitze auf dem Platz habe ich noch nicht erlebt.“

Pia Maertens: „Im ersten Viertel war Großbritannien richtig stark. Da sind wir viel hinterhergelaufen. In der zweiten Hälfte konnten wir dann dominieren, im letzten Viertel war es besonders deutlich, wie ich fand. Vielleicht brauchte es so ein Charakterspiel, damit wir jetzt richtig im Turnier angekommen sind!“

Selin Oruz: „Wir sind einfach nur happy über diese drei Punkte, auch wenn wir ein, zwei Viertel gebraucht haben, um im Turnier anzukommen. Gut, wie wir uns gesteigert haben. Es waren auf jeden Fall zu viele Ecken, die wir kassiert haben, aber die haben wir gut verteidigt. Morgen gegen Indien müssen wir von Anfang an voll da sein!“

Sonja Zimmermann: „Gut, dass wir das Spiel mit einem Sieg abschließen konnten! Ich war ziemlich emotional nach der Hymne und dem Start in mein erstes Olympia-Spiel. Es hat insgesamt viel Spaß gemacht. Das war sicher nicht unser bestes Spiel, aber wir waren sehr effizient heute. Am Ende zählt nur das Ergebnis.“

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