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Olympia-Vorrunde Damen: Deutschland - Irland 4:2 (2:0)

Die Danas stehen vorzeitig im Viertelfinale

28. July 2021

Deutschlands Hockeydamen haben auch ihr drittes olympisches Vorrundenspiel in Tokio gewonnen. Gegen Vize-Weltmeister Irland siegte die DHB-Auswahl durch Treffer von Lisa Altenburg (2), Cécile Pieper und Franzisca Hauke mit 4:2. Irland konnte in der zweiten Hälfte durch zwei Eckentore zwischenzeitlich auf 2:3 verkürzen, ehe Hauke mit dem 4:2 alles klar machte. Durch den Sieg haben die Danas vorzeitig das Viertelfinalticket gelöst.

Wir haben jetzt mit Südafrika noch einen Vorrundengegner, dem wir vermutlich überlegen sein werden, und mit dem Top-Favorit Niederlande einen, der uns Fragen stellen wird und wo wir unsere Abwehr und Aufbauspiel nochmal deutlich verbessern können und müssen. Das ist prima, um sich aufs Viertelfinale optimal vorzubereiten.

Bundestrainer Xavier Reckinger

Tolle Einzelleistung von Altenburg bringt die Führung

In der Anfangsphase der Partie, in der dieses Mal Pauline Heinz für die weiter geschonte Lena Micheel zu ihrem ersten Einsatz kam, konnten sich beide Teams nicht wirklich gute Chancen erarbeiten. Das Match noch von vielen kleinen Fehlern geprägt, so dass kein richtiger Fluss aufkam. Doch Lisa Altenburg zog dann stark mit dem Ball Richtung Kreisrand und schlug argentinisch gegen die Laufrichtung ins rechte untere Eck zum 1:0 (10.) – McFerran machte sich zwar lang, kam da aber nicht mehr ran. Kurz darauf bekamen die Danas ihre erste Ecke zugesprochen (12.), die Nike Lorenz aber nicht nutzen konnte. Auf der anderen Seite auch erste Ecke für Irland (13.), doch Julia Sonntag war beim Schlenzer von Roisin Upton zur Stelle.

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Cécile Pieper erhöht clever auf 2:0

Nach einem Foul von Hanna Granitzki gab es die zweite irische Strafecke, die Pia Maertens und Kira Horn direkt vor Tor entschärfen konnten. Dann brachte Horn von rechts einen schönen harten Ball in den Kreis und Cecile Pieper gab der Kugel noch eine letzte Richtungsänderung, so dass McFerran keine Abwehrchance hatte – es stand 2:0 (21.). Nach guter Flanke von Jette Fleschütz hatte Lisa Altenburg die nächste Chance, aber McFerran war diesmal zur Stelle und parierte (24.). Katie Mullan zog dann von links ab, aber drosch den Ball deutlich hoch neben das Tor (29.).

Unnötig war sicher, dass wir sie nochmal so rankommen lassen, aber wir sind jetzt im Viertelfinale, das ist mega geil!

Olympia-Debütantin Pauline Heinz

Guter Videobeweis bringt das 3:0 per Siebenmeter

Die Deutschen in Halbzeit zwei gleich wieder mit ersten guten Aktionen am irischen Kreis, fingen vor allem die Bälle oft früh ab im Mittelfeld, so dass Irland kaum zur Entfaltung kam. Wortmann sah Grün für nicht eingehaltenen Abstand und O’Flanagan kurz danach Gelb, für ein Sliding Tackling – beides harte Entscheidungen.  Nach schönem Seitenwechsel von Fleschütz holte Franzisca Hauke die zweite deutsche Ecke heraus (36.), aus der eine Wiederholungsecke entstand, doch McFerran war bei Lorenz Schlenzer zur Stelle.

Hauke fing kurz darauf einen Ball direkt am Kreis ab und zog die nächste Ecke fürs DHB-Team (38.), die die erste Welle ablief und einen Konter einleiten konnte, doch Hanna Granitzki entschärfte diesen gut. Wortmann leitete die nächste Chance durch einen Steal ein, aber Empfängerin Charlotte Stapenhorst knickte bei der Annahme im Kreis um. Die Danas blieben immer noch in Überzahl dran, holten die nächste Ecke, die Pauline Heinz als Rebound ins Tor drückte, aber die Schiedsrichterin hatte zuvor schon Wiederholungsecke gepfiffen, so dass der Treffer nicht zählte.

Stapenhorst schlug hart Richtung Tor und Hannah McLoughlin bekam den Ball kurz vor der Linie gegen den Fuß. Die Deutsche nahmen den Videobeweis für einen Siebenmeter und bekamen Recht. Lisa Altenburg setzte die Kugel sicher unten rechts in die Ecke zum 3:0 (40.). Irland holte sich eine dritte Strafecke in der 42. Minute und Elena Tice konnte Sonntag dieses Mal mit einem halbhohen Schlenzer überwinden. Doch die Deutschen blieben unbeeindruckt. Kira Horn zog die nächste Ecke, die aber technisch etwas misslang und dann im Nachschuss bei Maertens vor Tor an den Fuß ging.

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Zu viel Ecken gegen machen es unnötig spannend

Auch im letzten Viertel ließen die Deutschen den Vorwärtsgang drin. McFerran war bei einem Abfälscher von Heinz zur Stelle (46.). Eine gute Flanke von Granitzki an den langen Pfosten blieb unberührt (47.). Tice und Altenburg stießen dann unglücklich zusammen, aber beide konnten weiterspielen. In der 50. Minute lief eine Flanke der Irinnen quer durch den deutschen Kreis. Ein Ball sprang Granitzki schließlich hoch in ihre Gegenspielerin, es gab die nächste Ecke, aus der eine Wiederholungsecke entstand, die McLoughlin per Schrubber zum 2:3 (51.) ins rechte untere Eck beförderte. Nun wurde es doch nochmal spannend.

Stapenhorst kreierte mit einem Dribbling die nächste gute Chance, aber ihr Querball (52.) konnte vor Tor nicht verwertet werden. Doch der nächste Konter brachte dann die Erlösung, als der Ball rechts in den Kreis gespielt wurde und von da zu Hauke in den Rückraum kam, die den Ball zum 4:2 (54.) einschlenzen konnte. Irland nahm wegen einer Behinderung von McFerran, die leicht mit Pauline Heinz zusammengelaufen war, den Videobeweis, doch der Treffer hatte Bestand und Irland verlor das Anrufungsrecht.

Hinten blieben aber immer mal kleine Unsicherheiten im Kreis und eine solche brachte Irland die nächste Ecke (58.), bei der eine Irin mit der falschen Seite den Nachschuss Richtung Tor schlug, was rausgepfiffen wurde. Ein Foul von Pia Maertens gab vier Sekunden vor Schluss nochmal eine Ecke für Irland, die Nike Lorenz aber stark entschärfte.

Tore:
1:0     Lisa Altenburg (10.)
---
2:0     Cécile Pieper (20.)
------
3:0     Lisa Altenburg (7m, 40.)
3:1     Elena Tice (KE, 42.)
---
3:2     Hannah McLoughlin (KE, 51.)
4:2     Franzisca Hauke (54.)

Strafecken:
GER 7 (kein Tor) / IRL 8 (2 Tore)

Schiedsrichterinnen:
Michelle Joubert (RSA) / Sarah Wilson (GBR)

Videoschiedsrichterin:
Ayanna McClean (TTO)

Es spricht für unsere starke Defensivleistung, dass wir im Turnier immer noch kein Feldtor zugelassen haben

Pia Maertens

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Stimmen zum Spiel

Bundestrainer Xavier Reckinger: „Drei Spiele, neun Punkte, Viertelfinale erreicht – das ist natürlich ein schönes Gefühl. Heute waren es viel zu viele Ecken gegen uns. Wir machen es dadurch unnötig spannend, lassen Irland zu leicht wieder ins Spiel kommen. Daran müssen wir noch arbeiten. Wir haben jetzt mit Südafrika noch einen Vorrundengegner, dem wir vermutlich überlegen sein werden, und mit dem Top-Favorit Niederlande einen, der uns Fragen stellen wird und wo wir unsere Abwehr und Aufbauspiel nochmal deutlich verbessern können und müssen. Das ist prima, um sich aufs Viertelfinale optimal vorzubereiten.“

Pauline Heinz: „In der vollen Mittagshitze war heute alles nochmal doppelt so anstrengend. Wir waren aber am Ende den Irinnen auch athletisch überlegen. Unnötig war sicher, dass wir sie nochmal so rankommen lassen, aber wir sind jetzt im Viertelfinale, das ist mega geil!“

Jette Fleschütz: „Neun Punkte aus drei Spielen, besser kann man in ein Turnier nicht starten. Klar, haben wir immer noch ein paar Dinge, bei denen wir uns verbessern können, aber daran werden wir auch arbeiten. Wir freuen uns auf die nächsten beiden Spiele.“

Pia Maertens: „Es war zum Ende hin ein richtiger Arbeitssieg. Wir waren zwar immer überzeugt, dass wir das Spiel gewinnen müssen und wollen – so war der Spielverlauf dann ja auch. Aber wir haben zu viel zugelassen und denen zu viele Ecken gegeben, welche sie zweimal auch gut ausführen. Es spricht für unsere starke Defensivleistung, dass wir im Turnier immer noch kein Feldtor zugelassen haben. Das spricht für die gute Defensivleistung bislang. Alles weitere wird sich im Laufe des Turniers noch entwickeln.“

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