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Fotocredits: Worldsportpics / Frank Uijlenbroek

Von Interchanging, kurzen Ecken und runden Seiten

Hockeyregeln – schnell erklärt!

27. July 2024

Feldhockey ist schnell, dynamisch, seit 1908 olympisch – und nur auf den ersten Blick wirklich komplizierter. Wir geben Ihnen einen kleinen 3-Stufen-Überblick über die wichtigsten Bestimmungen aus dem Regelwerk der olympischen Disziplin Feldhockey. Damit ist der Hockey-Regel-Dschungel auch für unsere neuen Hockeyfreunde ganz schnell gelichtet ...

Erstens: Kurzgefasst in 20 Sekunden!

Beim olympischen Feldhockey stehen sich zwei »Mannschaften für 4 × 15 Minuten gegenüber. Beide Teams versuchen, mit am Ende gekrümmten » Schlägern den » Ball ins » Tor der gegnerischen Mannschaft zu schlagen (» Torschuss). Tore zählen nur, wenn die angreifende Mannschaft den Ball im halbkreisförmigen » Schusskreis regelkonform berührt hat. In K.-o.-Spielen folgt nach Unentschieden in der regulärer » Spielzeit ohne Verlängerung gleich ein » Shootout.

Zweitens: Wenn es noch genauer sein soll – unser Glossar!

In der TV-Übertragung einen Begriff gehört, dessen Bedeutung Sie nicht verstanden haben? Oder Sie möchten noch mal genau nachlesen, wann ein Torschuss als solcher gilt, welche persönlichen Strafen es gibt und was eigentlich „kurze Ecke“ und „argentinische Rückhand“ sind? Dann schlagen Sie hier in unserem alphabetischen Glossar nach.

Abschlag

» Spielfeldrand

Abstand

Ein wichtiges Kriterium beim Hockey. Bei » Freischlag und beim Annehmen eines » Schlenzballs ist dieser „Sicherheitsabstand“ von 5 Metern einzuhalten, bis der Ball gespielt (beim Freischlag) oder kontrolliert ist (beim Schlenzer). Kann der Abstand nicht sofort hergestellt werden, zum Beispiel beim » Selfpass, hat sich der/die betreffende SpielerIn passiv zu verhalten, bis die 5 Meter überbückt sind und ein Eingreifen möglich ist. Andernfalls erfolgt ein erneuter Freischlag oder – strafverschärfend im Angriffsviertel (» Spielfeld) – sogar eine » Strafecke.

Angriffsviertel

» Spielfeld

Anstoß

Womit die Spiele beginnen! Am Anfang eines jeden Spiels, nach jedem Tor sowie nach den Vierteln und der Halbzeitpause steht der Anstoß an. Mannschaft A hat den ersten Anstoß des Spiels sowie den zum Auftakt des 2. Viertels. Mannschaft B startet auf diese Weise ins dritte Viertel und in das vierte, das Schlussviertel.

Argentinische Rückhand

» Schläger

Ball

Fotocredits: Worldsportpics / Frank Uijlenbroek

Um diese Kugel dreht sich beim Hockey alles! Sie ist aus Kunststoff, weiß, hat einen Umfang von 22,4 bis 23,5 Zentimeter und ein Gewicht von 156 bis 163 Gramm. Bei Schlaggeschwindigkeiten von gerne mal 120 km/h kann so ein Ball dann auch mal wehtun. Gut, dass die » TorwartInnen so gut geschützt sind und die SpielerInnen aus genau diesem Grund einen Mundschutz tragen.

Box

» Schusskreis

Bully

Unterbrechen die » SchiedsrichterInnen das Spiel nicht aufgrund eines Regelverstoßes, sondern zum Beispiel bei Verletzungen oder anderen Spielunterbrechungen, wird das Spiel an dieser Stelle mit einem Bully fortgesetzt. Dazu stehen sich zwei SpielerInnen beider Mannschaften gegenüber, alle anderen halten 5 Meter » Abstand. Nach dem Pfiff muss jede(r) SpielerIn mit dem eigenen Stock erst den Boden rechts neben dem Ball und dann darüber den gegnerischen » Schläger an der flachen Seite. Ab dem Moment dürfen beide SpielerInnen versuchen, den Ball zu spielen. 

D

» Schusskreis

Einschlag

» Spielfeldrand

Freischlag

Den gibts, wenn auf dem Spielfeld ein Regelverstoß erfolgt. Das kann das Spielen des Balls mit dem Fuß, dem Körper oder der runden Seite sein, » gefährliches Spiel, Behinderung der/des gegnerischen SpielerIn oder Foulspiel. Innerhalb des Angriffsviertels (» Spielfeld) kann ein Freischlag bei absichtlichem Vergehen der verteidigenden Mannschaft auch strafverschärfend zu einer » Strafecke führen. Ein Freischlag im Angriffsviertel darf nicht direkt in den » Schusskreis gespielt werden. Zuvor muss der Ball 5 Meter gespielt worden sein – auch beim » Selfpass. Berührt ein(e) MitspielerIn (oder GegenspielerIn) den Ball, so kann der Ball auch sofort in den Schusskreis gespielt werden.
Im Schusskreis führt ein Regelverstoß immer mindestens zu einer Strafecke, bei absichtlichem Vergehen oder dem unabsichtlichen, nicht regelkonformen Verhindern eines Tores auch zu einem » Siebenmeter. Zusätzlich zu einem Freischlag können die SchiedsrichterInnen auch » persönliche Strafen gegen die SpielerInnen verhängen.

Gefährliches Spiel

Fotocredits: Worldsportpics

Gefährlichkeit ist das Maß der Dinge beim Hockey. Oder zumindest eines davon, um die SpielerInnen zu schützen. Bringt ein Schuss, ein Schlenzer oder ein anderer Ball gegnerische SpielerInnen in Gefahr, weil der Ball durch den Körper gespielt wird, Richtung Knie oder höher geht oder den/die VerteidigerIn zu einer Ausweichsituation zwingt, so wird auf Freischlag gegen den/die Ballspielende entschieden. Maßgabe für die Definition von „hoch“ und damit „gefährlich“ ist das obere Ende der Schienbeinschoner. Daher dürfen Bälle auch nicht absichtlich hoch geschlagen werden. Ausnahme sind die Torschüsse, die sehr wohl hoch erfolgen dürfen.

Gelb

» Persönliche Strafe

Goalie

» TorwartIn

Grün

» Persönliche Strafe

Grundlinie

» Spielfeld

HerausgeberIn

» Strafecke

Interchanging

Anders als beim Fußball können beim Hockey die ErsatzspielerInnen beliebig häufig ein- und ausgewechselt werden – und das, ohne das Spiel zu unterbrechen. Nur bei » Strafecken und » Siebenmeter gelten hier Beschränkungen.

Kugel

» Ball

Kurze Ecke

» Strafecke

Lange Ecke

» Spielfeldrand

Mannschaft

Fotocredits: Worldsportpics / Koen Suyk

Bei Olympia besteht der Kader einer Hockeymannschaft aus 18 Personen sowie einem/einer Ersatz-» TorwartIn, der/die nur im Verletzungsfall eingewechselt werden kann. Aus diesem Kader werden pro Spiel 16 ausgewählt: 11 SpielerInnen auf dem Spielfeld und 5 AuswechselspielerInnen auf der Ersatzbank. Durch das » Interchanging bekommen in der Regel alle 16 SpielerInnen Einsatzzeit. Jede Mannschaft hat eine(n) » TorwartIn mit besonderen Rechten im Schusskreis.

Maße

» Spielfeld

Persönliche Strafe

Fotocredits: Worldsportpics / Frank Uijlenbroek

Neben Spielstrafen wie » Freischlag, » kurzer Ecke und » Siebenmeter können die SchiedsrichterInnen auch persönliche Strafen verhängen. Dabei haben sie eine breite Palette an Ahndungsmöglichkeiten. Die mündliche Verwarnung bleibt folgenlos, weist aber auf ein Fehlverhalten hin. Als nächstes kommen die Karten zum Einsatz, die immer auch mit Zeitstrafen verbunden sind. Zum besseren Erkennen in der Hosentasche haben diese Karten jeweils individuelle Formen.  Bei weniger schlimmen Vergehen (oder im Wiederholungsfall nach mündlichen Verwarnungen) kann Grün (ein Dreieck) gezeigt werden. Betroffene SpielerInnen müssen dann für zwei Minuten auf die Strafbank, wobei die Strafzeit grundsätzlich erst zu laufen beginnt, wenn die betroffene Person auf der Strafbank Platz genommen hat. Wie bei allen Strafzeiten gilt, dass die betroffene Mannschaft so lange in Unterzahl spielt. Grobe Fouls, ständiges Reklamieren oder Meckern haben schnell Gelb (Quadrat) zur Folge. Hier beträgt die mögliche Zeitstrafe international 5 oder 10 Minuten, wobei für körperbetonte Fouls 10 Minuten Mindestmaß sind. Hat ein*e SpielerIn zuvor bereits einmal Gelb gesehen hat und begeht ein ähnliches Foul wiederholt, sieht er/sie in diesem Fall Rot (Kreis) und ist damit für das laufende Spiel gesperrt und die betroffene Mannschaft muss für den Rest des Spiels in entsprechender Unterzahl spielen. In diesem Fall greifen eine sofortige Spielsperre und weitere disziplinarische Maßnahmen. Wenn das vorangegangene Foul oder die Unsportlichkeit besonders grob sind, kann auch gleich Rot, ohne vorher Gelb, gezeigt werden. Hockey ist aber ein so fairer Sport, dass diese Karte so gut wie nie gezeigt wird.

Rot

» Persönliche Strafe

Runde Seite

» Schläger

SchiedsrichterIn

Fotocredits: Worldsportpics / Frank Uijlenbroek

Auf dem Hockeyplatz leiten zwei SchiedsrichterInnen ein Hockeyspiel. Bei Olympia gibt es zudem für jedes Spiel zusätzlich ein(e) ReserveschiedsrichterIn und ein(e) VideoschiedsrichterIn (» Videobeweis). Die beiden spielleitenden SchiedsrichterInnen sind jeweils für Entscheidungen im » Schusskreis rechts von ihnen (immer mit Blick aufs Spielfeld) verantwortlich. Hier dürfen die anderen SchiedsrichterInnen keine Entscheidung treffen. Da beide SchiedsrichterInnen über Funk verbunden sind, können sie aber jederzeit gegenseitig unterstützen. Das übrige Spielfeld teilen sich die beiden Unparteiischen durch eine gedachte Diagonale vom vorderen linken Schusskreisrand zum hinteren rechten Schusskreisrand auf. Die Grenzen sind aber fließend. Beide SchiedsrichterInnen orientieren sich meist – außer bei Standards wie » Strafecken oder » Siebenmeter  entlang der Seitenlinie.

Schläger

Fotocredits: Worldsportpics / Frank Uijlenbroek

Der Hockeyschläger ist für Links- und RechtshänderInnen identisch. Den Ball darf der Schläger nur mit der flachen, linke Schlägerseite berühren. Das Spielen des Balls mit der rechten „runden Seite“ ist nicht erlaubt. Rechts vom Spieler ist folglich die Vorhandseite, für das Spielen auf der linken, der Rückhandseite müssen SpielerInnen den Schläger somit um 180 Grad rotieren. Ein Schläger ist maximal 105 Zentimeter lang und darf höchstens 737 Gramm wiegen. Er kann einen Vorspann haben (unterstützt das Schlenzen, » Torschuss; » Schlenzball) und ist am unteren Ende gekrümmt – ein bisschen wie ein Regenschirm am Griff und. Diese „Keule“ ist meist deutlich dicker als der Rest des Schlägers, um beim Schlag größeren Druck auf den Ball ausüben zu können. Auch mit der Kante zwischen flacher und runder Schlägerseite darf der Ball gespielt werden. Meist erfolgt dies beim Torschuss auf der Rückhandseite (linke SpielerInnenseite) und wird dann „Argentinische Rückhand“ genannt.

Schlenzball

Auch Schlenzer. Im laufenden Spiel kann ein Schlenzball, ein hoher Ball durch die Luft, eine lange Distanz überbrücken, ohne dabei von der gegnerischen Mannschaft verteidigt werden zu können. Dabei greifen die Hände den Schläger weiter als bei einem Schlag und der Schläger „schaufelt“ den Ball quasi in die Luft. Mit einem Schlenzer lässt sich bei guter Technik schnell auch mal das ganze Spielfeld überbrücken. Da, wo der Schlenzer landet, ist aber Aufmerksamkeit gefordert. Landet der Ball in einem freien Bereich, hat der/die SpielerIn Anrecht auf den Ball, der/die dichter dran am Landeort. Alle anderen haben 5 Meter » Abstand zu halten, bis der Ball kontrolliert angenommen wurde. Sind mehr als ein*e SpielerIn dort, wo der Ball landet, wird dieser Schlenzer gefährlich und mit » Freischlag gegen die Mannschaft geahndet, von der der Schlenzer ausging. Gleiches gilt, wenn SpielerInnen die 5 Meter Abstand zu früh verkürzen. Dann machen diese das Spiel gefährlich und bekommen einen Freischlag gegen sich.

Schusskreis

Ähnlich dem Strafraum im Fußball ist der Schusskreis – häufig auch „D“ (englisch) oder „Box“ genannt – die „heiße Zone“ im Hockey. Was hier passiert, hat gravierende Folgen fürs Spiel. Schießt ein Angreifer von hieraus regelkonform aufs Tor oder wird der Ball – zum Beispiel beim Querpass – innerhalb des Schusskreises von den Verteidigern aufs Tor abgefälscht (wenn ein Angreifer ihn vorher im Schusskreis berührt hat!) und überquert der Ball dann die Torlinie komplett, entscheiden die Unparteiischen auf Tor. Begehen die Verteidiger im eigenen Schusskreis einen Regelverstoß, gibt es je nach Härte » Strafecke oder » Siebenmeter.

Selfpass

Ein » Freischlag muss im Hockey nicht als Pass ausgeführt werden. Es gibt den Selfpass, der es SpielerInnen ermöglicht, das Spieltempo hoch zu halten und sofort selbst mit dem Ball weiterzuspielen. Dazu muss der Ball nach dem Pfiff der SchiedsrichterInnen einmal kurz erkennbar angehalten werden und weiter gehts! GegenspielerInnen haben wie beim Freischlag auch hier 5 Meter » Abstand zu halten oder müssen, falls sie sich innerhalb dieses 5-Meter-Abstands befinden, sich solange passiv verhalten, bis der/die Selfpass-ausführende SpielerIn 5 Meter zurückgelegt hat.

Shootout

Fotocredits: Worldsportpics / Frank Uijlenbroek

Gibts nur bei K.-o.-Spielen, wenn nach 60 Minuten noch keine Mannschaft als Siegerin feststeht. Dann folgt das Duell SpielerIn gegen TorwartIn. Jede Mannschaft bestimmt 5 SpielerInnen. Und die haben kaum Zeit: Im Mannschaftswechsel versuchen sie, innerhalb von 8 Sekunden von der Viertellinie regulär gegen den/die TorwartIn der gegnerischen Mannschaft, der/die von der Torlinie (» Tor) startet, ein Tor zu erzielen. Führt innerhalb der ersten fünf Durchgänge (also 5 Pärchen) keine Mannschaft uneinholbar, geht das Shoot-out paarweise mit den gleichen 5 SpielerInnen, aber in beliebiger neuer Reihenfolge weiter. Und es beginnt nun die Mannschaft, die zunächst nachlegen musste. Das geht nun so lang, bis bei einem Pärchen nur eine(r) trifft.

Siebenmeter

Fotocredits: Worldsportpics / Frank Uijlenbroek

Hockey kennt keine Elfmeter, hier sind es nur sieben Meter. Und eigentlich auch nur 6,475 Meter (» Yards). Auf jeden Fall ist auch der Siebenmeter – analog zum Elfmeter beim Fußball – die höchste Spielstrafe im Hockey. Er wird nur bei Vergehen im » Schusskreis verhängt: bei absichtlichen Regelverstößen, die angreifenden SpielerInnen die Möglichkeit nehmen, den Ball zu spielen oder bei Regelverstößen, die wahrscheinlich ein Tor verhindern. Mit der Verhängung eines Siebenmeters steht die Spielzeit und startet erst wieder, nachdem der Siebenmeter beendet ist. Es ist noch gar nicht so lange her, dass beim Feldhockey Siebenmeter-Serien das siegreiche Team in Entscheidungsspielen bestimmten, in denen es nach der regulären Spielzeit noch unentschieden stand. Heute sorgen » Shoot-outs für die Entscheidung.

Spielfeld

Das Hockeyfeld ist rechteckig. Die langen Seitenlinien messen 91,4 Meter. Die Grundlinie ist 55 Meter breit. Vor dem Tor heißt die Grundlinie Torlinie und misst somit zwischen den Pfosten Das Feld besteht auf vier Vierteln, zwei Viertellinien 22,9 Meter parallel zur Grundlinie und die Mittellinie teilen das Spielfeld in vier Viertel auf. Das Viertel, in dem sich der » Schusskreis der gegnerischen Mannschaft befindet, wird auch Angriffsviertel oder gegnerisches Viertel genannt. Umgekehrt ist dasselbe Viertel für die abwehrende Mannschaft ihr Verteidigungsviertel – oder eben das eigene Viertel (» Tor).

Spielfeldrand

Verlässt der Ball das Spielfeld über einen seiner Ränder, ist entscheidend, wer zuletzt den Ball berührt hat. Geht der Ball über die Seitenlinie (» Spielfeld) gibt es Einschlag für die Mannschaft, die nicht zuletzt am Ball war. Verlässt der Ball das Spielfeld über die Grundlinie und die angreifende Mannschaft hat den Ball zuletzt berührt (gilt auch für die Torlinie, sofern die angreifende Mannschaft den Ball nicht im » Schusskreis berührt hat), erhält die verteidigende Mannschaft Abschlag. Berührt aber ein*e Verteidigerin den Ball zuletzt (gilt auch für die Torlinie, sofern die angreifende Mannschaft den Ball nicht im » Schusskreis berührt hat), so bekommt die angreifende Mannschaft eine lange Ecke zugesprochen. Diese wird auf der Viertellinie ausgeführt an der Stelle parallel zur Seitenlinie, wo der Ball die Grund- oder Torlinie überschritten hat.

Spielstandsanzeige im Fernsehen

Während der TV-Übertragung wird der Spielstand in der Regel oben rechts auf dem Bildschirm angezeigt. Neben den Ländernamen, der Spielzeit und dem Spielstand signalisiert dort auch eine Markierung beim Ländernamen (grün/rot), ob die jeweilige Mannschaft ihren » Videobeweis noch nutzen darf. Zusätzlich werden auf ähnliche Weise Ausschlüsse auf Dauer und Zeitstrafen (» Persönliche Strafen) angezeigt.

Spielzeit

Ein Hockeyspiel dauert 60 Minuten, unterteilt in vier Viertel á 15 Minuten. Die 1. Halbzeit besteht aus dem 1. und 2. Viertel, die 2. Halbzeit aus dem 3. und 4. Zwischen beiden Halbzeiten liegt eine 10-minütige Pause (mit anschließendem Seitenwechsel). Zwischen dem 1. und 2. Viertel sowie zwischen dem 3. und 4. Viertel gibt es eine 2-minütige Unterbrechung (ohne Seitenwechsel!). Bei Olympia in Tokio kann diese Zeit bei großer Hitze auch verdoppelt werden. Die Netto-Spielzeit im Hockey ist im Vergleich zum Fußball deutlich höher, da nach Toren und der Verhängung von Strafecken die Spielzeit für 40 Sekunden angehalten wird. Auch während des Siebenmeters steht die Spielzeit.

Strafecke

Fotocredits: Wordsportpics / Frank Uijlenbroek

Eine Strafecke – auch „kurze Ecke“ genannt – wird verhängt, wenn die verteidigende Mannschaft im Schusskreis einen Regelverstoß (Spielen des Balls mit dem Fuß, absichtliches Ins-Grundlinienaus-Spielen, Foulspiel) begeht. Für das Verteidigungsviertel gilt, dass ein absichtlicher Regelverstoß der verteidigenden Mannschaft in diesem Viertel strafverschärfend zu einer Strafecke führen kann. Ansonsten reicht ein » Freischlag. Die Strafecke bietet der angreifenden Mannschaft eine Überzahl. Während maximal fünf verteidigende SpielerInnen inklusive » TorwartIn die Strafecke verteidigen dürfen (die restlichen müssen von der Mittellinie starten), kann die angreifende Mannschaft beliebig viele SpielerInnen um den Schusskreis herum aufstellen. Nur der/die HerausgeberIn, der/die den Ball von einer 10 Meter vom Außenpfosten entfernten Markierung an den Schusskreisrand spielt, darf einen Fuß im Schusskreis haben. Die verteidigende Mannschaft, die bei der Eckenabwehr meist aus dem Tor startet, maximal aber bis 5 Meter an den/die HerausgeberIn herandarf, startet hinter der Grund- bzw. Torlinie. Betritt ein(e) VerteidigerIn den Schusskreis zu früh, muss er/sie ebenfalls hinter die Mittellinie und die Mannschaft verteidigt diese Strafecke nun mit einer Person weniger. Beide Mannschaften haben 40 Sekunden, die » Spielzeit steht, Zeit, sich für die Strafecke fertig zu machen. Das verteidigende Team zieht dabei zusätzliche Schutzkleidung für Hände, Beine und Gesicht an. Erst, wenn der/die HerausgeberIn den Ball gespielt hat, dürfen die anderen SpielerInnen (Angriff wie Verteidigung) den Schusskreis betreten. Wichtig: Ein erster Torschuss darf, wenn er geschlagen oder geschrubbt wird, nur eine bestimmte Höhe (die des Brettes im Tor, 46 Zentimeter) haben, auf der er die Torlinie überschreitet, um nicht als gefährlich abgepfiffen zu werden. Schlenzer sind in jeder Höhe erlaubt (» Torschuss).

Tor

Fotocredits: Wordsportpics / Koen Suyk

In der Mitte jeder Grundlinie steht ein Tor, das zwischen den beiden Innenpfosten 3,66 Meter misst, die Torlinie. Die Pfosten sind bis zur Unterkante Querlatte 2,14 Meter hoch, 5 Zentimeter breit und 7,7 Zentimeter hoch. Das Tor steht beim Hockey hinter der » Torlinie. Ein Tor zählt also grundsätzlich erst, wenn der Ball komplett die Torlinie überschritten hat (» Torschuss).

TorhüterIn

» TorwartIn

Torlinie

» Tor

Torschuss

Ein Schuss aufs Tor gilt nur dann als Torschuss, wenn er innerhalb des Schusskreises erfolgt und Richtung Tor geht. Ein Torschuss erfolgt per Schlag (der » Schläger wird dabei weit ausgeholt, die Hände sind am Schläger recht eng beieinander), Schrubber (ähnlich dem Schlag, die Ausholbewegung ist jedoch weniger ausgeprägt) oder Schlenzer (der Schläger hebt den Ball quasi in die Luft, die Hände greifen den Schläger in weiterem Abstand).

TorwartIn

Fotocredits: Worldsportpics / Koen Suyk

Auch Goalie oder TorhüterIn genannt. Sollte keine Angst haben, ist aber mit Helm, Oberkörper- und Unterkörperschutz, Schienen, Kickern und Handschuhen meist ganz gut gegen den » Ball geschützt. Für sie gelten im eigenen » Schusskreis besondere Regeln. Sie dürfen den Ball auch mit dem Körper, den Füßen, Händen und dem Kopf abwehren und spielen – ohne den Ball natürlich für die gegnerische Mannschaft gefährlich zu machen. Außerhalb des Schusskreises haben TorwartInnen keine Sonderrechte und dürfen sich außerhalb des eigenen Verteidigungsviertels nur für den Fall bewegen, dass sie einen Siebenmeter schießen. Das passiert aber so gut wie nie.

Überzahl

Wenn es der Spielstand erfordert, können die Mannschaften ihre(n) TorwartIn gegen eine(n) 11. FeldspielerIn auswechseln. Dann kann die Mannschaft zwar mit einer Überzahlsituation mehr Druck auf das gegnerische Tor machen, hat aber dann gleichzeitig keine(n) SpielerIn, die im Schusskreis die besonderen TorwartInnen-Rechte wahrnehmen kann.

Verteidigungsviertel

» Spielfeld

Videobeweis

Auch Hockey kennt den Videobeweis. Anders als beim Fußball können beide beteiligte Mannschaften und die SchiedsrichterInnen den Videobeweis anfordern. Dazu hat ein(e) VideoschiedsrichterIn abseits des Platzes in einem Videowagen Zugang zu allen Bewegtbildern des Spiels. Dieses Material kann genutzt werden, um die angefragte Entscheidung zu überprüfen. Dieser Vorgang ist öffentlich. VideoschiedsrichterInnen werden nicht von sich aus aktiv, sondern jede Mannschaft darf einmal pro Spiel den Videobeweis anfordern, sofern es um Spielsituationen innerhalb des Angriffsviertels (»Spielfeld) und Entscheidungen bezüglich » Strafecke, » Siebenmeter oder » Tor geht. Wird eine Entscheidung zugunsten dieser Mannschaft getroffen, behält sie das Recht auf den Videobeweis. Bestätigen die VideoschiedsrichterInnen allerdings die Entscheidung der SchiedsrichterInnen, verliert die betroffene Mannschaft das Recht auf den Videobeweis. Auch die SchiedsrichterInnen dürfen von sich aus den Videobeweis anfordern, wenn sie Klarheit suche in Bezug auf eine Siebenmeter- oder Torentscheidung. Kommt es zu einer » Shoot-out-Entscheidung, erhalten beide Mannschaften einen neuen Beweis. In der TV-Übertragung wird durch ein Kästchen am Ländernamen in der Spielstandsanzeige angezeigt, ob eine Mannschaft den Videobeweis noch nutzen darf (grün markiert) oder nicht mehr (rot).

VideoschiedsrichterIn

» Videobeweis

Viertel

» Spielfeld und » Spielzeit

Viertellinie

» Spielfeld

Yards

Da die ersten Hockeyregeln aus einer britischen Feder stammen, wird beim Hockey traditionell in Yards gemessen. Durch die Umrechnung in Meter werden die Maße der Spielfeldmarkierungen daher so krumm.