Südafrika

Olympia: Hauke fordert: Jetzt nicht zufrieden zurücklehnen

„Auf vollen Touren gegen Südafrika!“

28. July 2021

Die deutschen Herren möchten am Donnerstagfrüh um 4.45 Uhr deutscher Zeit im Vorrundenspiel gegen Südafrika den nächsten Schritt zur optimalen Viertelfinalform machen. Vor allem in Sachen Torschussverhinderung und für individuelles Abwehrverhalten im Kreis seien die Afrika-Champions ein guter Gegner, sagt Honamas-Kapitän Tobias Hauke.

Sie haben in der Regel deutlich weniger Chancen als ihre Gegner und dann wird kompromisslos auf jeden Ball draufgehauen, der da im Kreis rumspringt. Und das kannst du nur unterbinden, wenn du auch riskierst, dass es mal weh tut.

Honamas-Kapitän Tobi Hauke

Der Hamburger kennt einige der Gegner recht gut. Insbesondere Nic Spooner, der schon seit 2013 bei Haukes Heimatclub Harvestehude spielt, sei „mehr als nur ein Teamkamerad“, sagt Hauke, der Spooner sogar zur Hochzeit eingeladen hatte. Aber auch Nqobile Ntuli hat schon beim HTHC gespielt. In der Hockeyfamilie hatten sich alle für die südafrikanischen Teams gefreut, dass sie ihre Startplätze für die Spiele dieses Mal wahrnehmen durften. Das Nationale Olympische Komitee hatte die Mannschaften in der Vergangenheit auch schon wegen mangelnder Erfolgschancen zu Hause gelassen.

Die Deutschen kennen die Südafrikaner auch deshalb so gut, weil oft die Zentrallehrgänge zu Jahresbeginn unter den guten klimatischen und infrastrukturellen Bedingungen im Leistungszentrum des südafrikanischen Verbandes stattfinden und man dort dann auch immer einige Testspiele bestreitet. Zuletzt war das im Februar 2020, direkt vor Ausbruch der Corona-Pandemie. Damals siegten die Deutschen 11:1, 7:1 und kamen im letzten Vergleich nicht über ein 1:1 hinaus.

Die Südafrikaner haben bislang drei Mal deutlich verloren in der Vorrunde – 1:3 gegen die Briten, 3:5 gegen die Niederlande und zuletzt 4:9 gegen Weltmeister Belgien. Gerade gegen Oranje waren sie nahe an einer Sensation, als sie 3:0 nach einer Viertelstunde in Führung lagen und sogar noch eine Ecke für das 4:0 hatten, ehe die Niederländer sich dann am Riemen rissen und die Partie noch drehten. Aber auch die vier Tore gegen den Weltmeister lassen aufhorchen.

„Das Torschussverhalten der Südafrikaner war immer schon sehr stark“, sagt Hauke. „Sie haben in der Regel deutlich weniger Chancen als ihre Gegner und dann wird kompromisslos auf jeden Ball draufgehauen, der da im Kreis rumspringt. Und das kannst du nur unterbinden, wenn du auch riskierst, dass es mal weh tut. Zu sagen ‚das ist nur Südafrika, ich gehe kompromisslos in die Bälle, wenn es im Viertelfinale darauf ankommt‘, funktioniert nicht. Dann kriegt man den Schalter nicht mehr umgelegt.“

Die vielen Gegentore seien auch erklärbar, sagt Deutschlands Kapitän. „Südafrika hatte eine ganz schwere Vorbereitung, konnte kaum gegen internationale Gegner testen. Da ist es normal, dass Abstimmung und Absprachen zu Beginn nicht gut funktionieren. Deshalb hätte ich auch lieber früher gegen sie gespielt. Inzwischen werden sie schon besser ins Turnier reingekommen sein.“

Tobi Hauke schaut aber in erster Linie auf sein eigenes Team. Die Stimmung in der Mannschaft sei in Tokio durchgängig gut gewesen. Das passe gut. Dennoch war es wichtig, dass man mit dem 5:1 gegen die Briten eine starke Reaktion auf die Niederlage gegen Belgien habe zeigen können. „Das ist aber auch ein kleiner Gefahrenherd, wenn man nun wieder zufrieden etwas runterschaltet. Wir müssen jetzt in jedem Match konstant auf vollen Touren spielen, denn in den Play-offs können wir es uns auch nicht erlauben, ein Spiel Anlauf zu nehmen, um dann im nächsten auf Toplevel zu sein.“