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16. Februar, FIH Pro League Herren in Potchefstroom: FRA – GER 2:3 (0:1)

Erfolgreiches Trainerdebüt für André Henning

16. February 2022

Die deutschen Hockeyherren haben ihr erstes Pflichtspiel in der FIH Pro League unter Neu-Bundestrainer André Henning in Südafrika gegen Frankreich mit 3:2 (1:0) gewonnen. Kölns Tom Grambusch gelangen bei seinem Comeback im Nationalteam zwei Eckentreffer zum zwischenzeitlichen 2:1 und 3:1. Ein starkes Debüt im A-Kader zeigte Mülheims Junioren-Vizeweltmeister Moritz Ludwig, der den Führungstreffer einleitete.

Wenn man bedenkt, wo wir gerade herkommen, nämlich aus der deutschen Hallensaison, und dass Frankreich schon voll im Saft stand, dann ist das Spiel schon ein Stück über meinen Erwartungen ausgefallen.

Bundestrainer André Henning

Fotocredits: worldsportpics.com

Belohnung am Ende von Viertel eins

Kapitän Mats Grambusch, den das Team am Vorabend zum neuen Mannschaftsführer gewählt hatte, holte die erste Ecke fürs DHB-Team in der 3. Minute, die aber Tom Grambusch noch abrutschte. Die Honamas setzten Frankreich von Beginn an unter Druck und übernahmen die Spielkontrolle. Constantin Staib hatte die nächste gute Chance per Rückhandschuss, die Arthur Thieffry im Tor der Franzosen aber so gerade noch entschärfen konnte (7.).

Die erste französische Chance hatte Clement in der 10. Minute, der aus spitzem Winkel einen Volley deutlich am Tor vorbeischoss. Thies Prinz hatte einen freien Schuss – gut bedient von Niklas Wellen – von halbrechts, traf die Kugel aber nicht voll (12.). Und dann belohnte sich das DHB-Team noch vor der Viertelpause, als Niklas Bosserhoff rechts in den Kreis ging und sein Schlenzer unhaltbar über Thieffrys Schulter hinweg in die Maschen ging.

Honamas verpassen es, die Führung auszubauen

Es ging im zweiten Viertel gleich mit einer Ecke für die Honamas weiter (17.), mit der Tom Grambusch an Thieffry scheiterte. Doch die Deutschen weiter komplett bestimmend, drückten Frankreich viel in dessen Hälfte rein. Nach einer zweiten Halbchance für Clement, nahm Niklas Wellen im Gegenangriff den Videobeweis für eine Ecke wegen Stockfouls und bekam Recht (20.). Die Ecke war aber auch nicht ganz sauber in der Ausführung und Justus Weigand scheiterte mit seinem Schlenzer an der ersten Welle.

Die Franzosen investierten in der Schlussphase des zweiten Viertels mehr und kamen etwas besser in die deutsche Hälfte. Doch nach Konter über Wellen hatte Malte Hellwig die nächste gute Chance, die Thieffry aber vereitelte (28.). So ging es mit der knappen, aber verdienten Führung in die Halbzeitpause.

Fotocredits: worldsportpics.com

Ein Tor aus dem Nichts bringt Frankreich ins Spiel zurück

Ein Schlägerfoul von Martin Zwicker brachte Frankreich früh im dritten Viertel die erste Ecke (31.), Stadler rettete aber sowohl gegen Clements Schlenzer als auch gegen einen Nachschuss aus kurzer Distanz. Im nächsten Angriff nahm Frankreich den Videobeweis gegen eine Eckenentscheidung, verlor dabei aber das Anrufungsrecht. Die Stecherecke (33.) von Bosserhoff hielt Thieffry aber und auch einen Nachschuss. Eine Minute später die fünfte Ecke (34.) von Paul Dösch, die Charles Mason für den geschlagenen Thieffry auf der Linie hielt, Zwicker setzte den Nachschuss ans Außenbord.

Das DHB-Team nun allerdings drückend überlegen, das zweite Tor lag deutlich in der Luft. Ein Foul von Johannes Große brachte auf der anderen Seite aber die zweite französische Ecke (37.) und die nutzte Spezialist Clement hart und platziert zum 1:1 – ein Tor komplett gegen den Lauf des Spiels. Doch die Franzosen nun mit Oberwasser. Ein Foul von Luis Gill brachte die dritte Ecke für Frankreich (41.), doch die lief Wellen gut ab und der Nachschuss ging am Tor vorbei.

Constantin Staib war dann rechts durch, scheiterte aus spitzem Winkel aber an Thieffry (42.). Die Honamas in dieser Phase mit weniger Kontrolle und einigen leichten Fehlern. Mats Grambusch beschwor Sekunden vor der letzten Viertelpause Gefahr direkt vorm Tor der Franzosen herauf, aber konnte nichts Zählbares daraus machen.

Tom Grambuschs Doppelschlag bringt die Entscheidung

Die Deutschen machten mit viel Druck weiter, doch kamen oft nicht an der letzten Welle der tief stehenden Franzosen vorbei. Niklas Wellen holte mit einem Drehschuss, den Thieffry nur gefährlich abwehren konnte, die sechste Ecke heraus (51.) und die setzte Tom Grambusch an fast genau die gleiche Stelle wie Clement zuvor auf der anderen Seite – es stand 2:1 für die Honamas.

Die Deutschen konnten in der 55. Minute eine Ecke mit dem Videobeweis abwehren. Es wurde etwas hektisch, weil die Franzosen nun alles aufmachten und mit Gewalt den Ausgleich wollten. Ein Foul an Prinz brachte die nächste deutsche Ecke, die aber gehalten wurde. Trainer Soyez nahm dann Thieffry für die drei letzten Minuten vom Platz für einen elften Feldspieler.

Luis Gill zog zwei Minuten vor Ende die nächste Ecke, bei der die Franzosen nun keinen Keeper mehr im Tor hatten. Aus der resultierte eine weitere Ecke, die Tom Grambusch dann zum entscheidenden 1:3 (59.) nutzte. Als Martin Zwicker an der Mittellinie gefoult wurde, aber keinen Pfiff bekam, konnte Frankreich nochmal kontern und Etienne Tynevez zwei Sekunden vor Ende noch das 2:3 erzielen, was aber da nur Ergebniskosmetik war.

Statistik:

Tore:
0:1     Niklas Bosserhoff (15.)
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-
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1:1     Timothee Clement (KE, 37.)
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1:2     Tom Grambusch (KE, 51.)
1:3     Tom Grambusch (KE, 59.)
2:3     Etienne Tynevez (60.)

Strafecken:
FRA 3 (1 Tor) / GER 9 (2 Tore)

Schiedsrichterinnen:
Annelize Rostron / Wanri Venter (beide RSA)

Stimmen zum Spiel:

Bundestrainer André Henning: „Wenn man bedenkt, wo wir gerade herkommen, nämlich aus der deutschen Hallensaison, und dass Frankreich schon voll im Saft stand, dann ist das Spiel schon ein Stück über meinen Erwartungen ausgefallen. Von einer Schwächephase im dritten Viertel, in der auch das Gegentor fällt, abgesehen, haben wir das Spiel fast durchgehend beherrscht. Klar hätte höhere Effizienz bei Ecken und Torschüssen uns heute wieder das Leben leichter machen können. Das ist ja ein längst erkanntes Thema. Aber ich bin auch nicht so ganz unglücklich darüber, denn so mussten die Jungs nach dem dritten Viertel ihre Comeback-Qualität und Charakter zeigen. Da bin ich sehr erfreut, dass wir aus der kurzen Krise eigentlich sogar am stärksten rausgekommen sind.“

Niklas Bosserhoff: „Wir hatten uns vorgenommen, da wir ja noch nicht so eingespielt sein können und es für Frankreich ja schon das sechste Spiel in diesem Jahr ist, mit einfachen Dingen zu operieren – und das hat lange sehr gut geklappt. Wir haben insgesamt wenig zugelassen und uns aus der einen schwächeren Phase gut rausgekämpft.“

Niklas Wellen, der zum Player of the Match gekürt wurde: „Es hat uns nicht überrascht, dass Frankreich uns bis zum Ende gefordert hat. Die letzten Spiele waren immer eng. Frankreich hat große Entwicklungsschritte in den letzten ein, zwei Jahren gemacht. Insofern sind wir sehr glücklich über den Sieg.“

Kapitän Mats Grambusch: „Wir hatten schon fünf harte Trainingstage und mussten uns auch – aus der Hallensaison im kalten Deutschland kommend – erstmal an die Höhenluft und die Hitze hier gewöhnen. Da braucht es etwas, um in seinen Groove zu kommen. Ich freue mich sehr über die drei Punkte, weil wir in der Pro League weit kommen wollen. Morgen gegen Südafrika wollen wir schon wieder einen Schritt nach vorn machen.“